Pfarrer Rainer Meder

1. Hat die Fortbildung meine Erwartungen erfüllt?

 

Die Fortbildung, angeleitet durch die sensible, menschlich zugewandte, liebevolle und fröhliche, dadurch motivierende Art der Referentin Silke Jaßmeier hat meine Erwartungen (Wie kommuniziere ich klar und differenziert?, Wie kann ich meine kommunikativen Möglichkeiten erweitern?) erfüllt und in großen Teilen sogar übertroffen, denn ich habe das Doppelgebot der Liebe im Blick auf das Verständnis für sich selbst und andere detailliert theoretisch in seiner außerordentlich hilfreichen Praxisgestaltung und –reflexion neu zu verstehen gelernt. „Verstehe deinen Nächsten wie dich selbst“, das gelingt aus der Kraft der Liebe, Barmherzigkeit und Weisheit Gottes und dann ist beides sehr eng miteinander verknüpft, das Sich-Selbst-Verstehen und das Verstehen eines Anderen greift im Modell der jeweils unterschiedlich aufgebauten, aber aus denselben Wahrnehmungsperspektiven bestehenden „Architektur“ einer Persönlichkeit.

 

PCM, so wie es Silke Jaßmeier mir vermittelt hat, ermöglicht es, die besondere Persönlichkeit eines anderen klarer zu sehen und zu verstehen und anzunehmen und gibt klare und umsetzbare Leitlinien an die Hand, um eine gelingende Kommunikation zu pflegen, auch auf dem Hintergrund der jeweils verschiedenen Hörbedürfnisse des anderen: Welche Form der Wertschätzung kommt beim anderen wirklich an? Welche Art von Unterstützung braucht ein Mensch, um sein Potential zu entwickeln und einzusetzen? Wie sorge ich für mich selbst, dass ich meinen Dienst aus meinen Stärken heraus organisieren und gestalten kann (bis hin zum Zeitmanagement)? Und welcher Kanal, ein direktiver, ein empathischer oder ein informativer ist in welcher Art von Kommunikation, bei welchem Gegenüber passend?

 

Vor allem die praktischen Übungen im Rollenspiel auf der Grundlage der vermittelten Theorie waren außerordentlich erhellend und haben den Lernprozess in besonderer Weise angestoßen. Silke Jaßmeier motivierte die ganze Gruppe ganz vortrefflich durch ihre eigene Lust am Schauspiel, sodass es mühelos gelingt, sich in verschiedene Wahrnehmungsperspektiven hinein zu denken. Interessiert, neugierig und motiviert, und gleichzeitig mit einem geschulten Blick für Kommunikationsstrukturen und-weisen gehe ich nun auf neue Aufgaben, auf das Kennenlernen, auf die Kommunikation mit den Menschen an meiner neuen Dienststelle zu.

 

2.-4. Arbeitsfeld, Empfehlung:

 

Da ich selbst diese Fortbildung im Blick auf meinen Stellenwechsel geplant habe und als ideal, gerade am Übergang empfinde, kann ich allen Stellenwechslern, die bereit sind, an ihrer Person und Kommunikation zu arbeiten, diese Fortbildung bei Silke Jaßmeier sehr empfehlen. Denn die Referentin macht durch ihre sympathische Art des Vortrags wie der gesamten Seminargestaltung sowohl darauf aufmerksam, wie Kommunikation gelingt, als auch, was sie erschwert. Dieses letztere war natürlich der schwierigste Teil. Es gelang ihr jedoch, auch hier durch eine gute Mischung aus Humor und Nachdenklichkeit Zugänge zu schaffen, gerade in Momenten, in denen es entscheidend darauf ankommt, den passenden und förderlichen Kommunikationskanal zu finden und für ein gutes Selbstmanagement zu sorgen. So ließ sie sogar die eigene Persönlichkeit in einem neuen sehr wertschätzenden, aber auch kritischen Licht erscheinen, dass ich erkenne, wo meine Stärken liegen, die ich einzusetzen habe, aber auch problematische Anteile, die dazu führen können, dass ich mir selbst oder einer konstruktiven Kommunikation im Weg stehe. Die Erkenntnisse aus der eigenen Persönlichkeitsarchitektur machen mich überdies darauf aufmerksam, mit welchen Menschen für mich besondere Herausforderungen verbunden sind und helfen mir, mich positiv darauf vorzubereiten, da ich meinen Spielraum durch das Werkzeug erweitern kann und nicht festgelegt bin auf nur eine Art der Kommunikation. Silke Jaßmeier machte mir durch ihren Zugang zu PCM bewusst, wie wichtig es ist, dass ich gut für mich sorge, denn gelingende Kommunikation hängt entscheidend davon ab, ob und wie stark ich auf mein Potential zugreifen kann, bzw. wie flexibel ich bin, um unterschiedlich auf die Bedürfnisse von meinen Gesprächspartnern einzugehen. Auch das Verstehen und Zuordnen von einzelnen Kommunikationsereignissen im gesamtgesellschaftlichen Kontext, das PCM aufgrund soziologischer Untersuchungen anbietet, ist sehr erhellend und hilfreich für die Einschätzung dessen, welche Kanäle bestimmte Kommunikationsanlässe erfordern, wie z.B. etwa die Vorbereitung auf ein Interview mit Pressevertretern, Vorbereitung einer Kirchenvorstandssitzung, Podiumsdiskussion, etc.

 

Vor allem die Arbeit im Team, die stets ein Dranbleiben an den beteiligten Personen nötig macht, erhält durch die Art und Weise, wie Silke Jaßmeier PCM vermittelte, hilfreiche und wertvolle Impulse, die unnötige Konflikte oder Missverständnisse, bzw. Eskalationen vermeiden helfen und eine konstruktive und klare Kommunikationsweise schulen, auch durch den Perspektivwechsel, der handhabbare, (aber keine stereotypen, sondern ) dynamisch-vielschichtige Reflexionsmuster bereit stellt und zu eigenen Erkenntnissen und Verbindungen zu bereits erlernten Inhalten einlädt.

 

Auch für die Seelsorgetätigkeit sehe ich besondere Möglichkeiten, da das durch die Referentin vermittelte PCM den Fokus auf eine bedürfnisorientierte und unterstützende Begleitung legt. PCM ist meiner Ansicht nach vor allem bei längerfristigen Seelsorgebeziehungen hilfreich, da die Effizienz des Werkzeugs mit dem Kennenlernen des Gegenübers stetig steigt. Dem Klienten kann ich durch die Einschätzung seiner Persönlichkeitsarchitektur helfen, dorthin zu gelangen, wo seine Stärken liegen, also aufbauen, ermutigen, motivieren, seine Ich-Stärke stützen, sodass er wieder handlungs- und entscheidungsfähig wird und eigene Lösungen finden kann.

 

5. Sonstige Anmerkungen

 

Ich fände es sehr wünschenswert, wenn gerade das durch Silke Jaßmeier so anregend vermittelte PCM generell Pfarrerinnen und Pfarrern als Führungs- und Kommunikationswerkzeug angeboten wird, sowohl für Einzelpfarrämter, als auch für Teampfarrämter, da es überall um Kommunikationsprozesse geht mit Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen, Kirchenvorstand, Teams, Kollegen, etc. Auch für Pfarrerinnen und Pfarrer z.A. ist dieses Werkzeug sehr zu empfehlen. Aus meiner Sicht besteht der einzige Nachteil dieses Werkzeugs auf der formal-organisatorischen Ebene darin, dass es us-amerikanisch vermarktet wird. Die Erstellung des kostenpflichtigen Profils geschieht per Online-Fragebogen, aus dem die Architektur der Persönlichkeit abgeleitet wird, verbunden mit erstaunlich detaillierten und in vielerlei Hinsicht treffenden „ferndiagnostischen“ Informationen und Tipps für die Sorge am eigenen Selbst.

 

Fürth, den 6.4.2016

 

Rainer Mederer

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